ANTON BRUCKNER: IX. SYMPHONIE, FINALE (UNVOLLENDET) vervollständigte Aufführungsfassung Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca (1983–92) neu revidiert und herausgegeben von Nicola Samale und Benjamin-Gunnar Cohrs (2004) mit Kommentar (D/E), Tabellen und Notenbeispielen (289 S., 44 Euro) Repertoire Explorer, Study Score 444

Musikproduktion Hoeflich, Enhuberstr. 6-8, 80333 München Musikproduktion Hoeflich

INFORMATION ZUR EDITION
Die seit 1983 von dem Dirigenten und Komponisten Nicola Samale (Rom) und seinem Editorial Team stufenweise erarbeitete, vervollständigte Aufführungsfassung des unvollendet überlieferten Finales der Neunten Symphonie Anton Bruckners hat es zu erheblicher Bekanntheit gebracht – insbesondere in der vom Bruckner Orchester Linz uraufgeführten, von John Phillips herausgegebenen Version Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca 1992. Doch verstand sich dieses Projekt stets als ‘work in progress’ – schon aufgrund der Möglichkeit, daß noch bisher verlorenes Originalmaterial wieder ans Tageslicht kommen könnte.
Im Herbst 2004 haben Samale und sein Kollege, der Dirigent Benjamin-Gunnar Cohrs (Bremen), aufgrund zahlreicher Erkenntnisse nunmehr eine kritische Neu-Ausgabe vorgelegt, an der Dr. Phillips allerdings auf eigenen Wunsch nicht mehr beteiligt war, da in zentralen Fragen des Notentextes keine Übereinstimmung mit den Herausgebern zu erreichen war. Die Herstellung des neuen Aufführungsmaterials wird durch Spenden einzelner Privatpersonen finanziert; eine großzügige Unterstützung durch die Kulturstiftung Guttenberg ermöglichte den Notenstich der Druckvorlagen.
In der Neu-Ausgabe ist es gelungen, zwei bisherige Lücken (Gesangsthema; Fuge) nunmehr vollständig aus Originalskizzen Bruckners zu schließen.
Rekonstruktionen verlorener Partiturbogen, die Instrumentation, die nach Skizzen Bruckners ausgearbeitete und in Teilen ergänzte Coda wie auch Tempi, Dynamik und Artikulation wurden noch einmal grundlegend überarbeitet. Von den 665 Takten dieser Neu-Ausgabe sind 554 T. original (208 T. fertige, 224 T. unvollständige Partitur; 122 T. Verlaufsentwürfe).
Von den ergänzten 111 T. (ca. 17% des Finale, 5,4 % der Symphonie bzw. ca. 4 Minuten Musik) konnten 68 T.
noch aus der Reihung, Wiederholung, Sequenzierung oder Transposition von Originalmaterial gewonnen werden; lediglich 43 T. wurden von den Herausgebern ohne direkte Vorlage synthetisiert, weniger als zwei Drittel des Ganzen nachträglich instrumentiert. (Zum
Vergleich: Mozart hat vom Requiem KV 626 lediglich 81 T. fertig instrumentiert – darin enthalten bereits 28 T. Wiederholung am Schluß – sowie 596 T. in Vokalsatz und Generalbaß hinterlassen. 187 der 864 T. bzw. ca.
22% wurden von Süßmayr komponiert, 783 T. (= ca. 90 %) von ihm orchestriert.) Weitere Informationen sind bei B.-G. Cohrs erhältlich, der die Neuausgabe repräsentiert und das Aufführungsmaterial vertreibt (Artium, Postfach 107507, D-28075 Bremen; bruckner9finale@web.de). Die Partitur ist im Juli 2005 als Studienpartitur Nr. 444 käuflich in der Edition ‘Repertoire Explorer’ der Musikproduktion Hoeflich erschienen, die ein breites Sortiment bisher vergriffener Werke in Nachdrucken anbietet. Ein detaillierter Aufsatz in Englisch mit Tabellen und Musikbeispielen ist im Internet in der umfassenden Bruckner-Diskographie von John Berky verfügbar und kann als pdf heruntergeladen werden.

Discographie (sehr empfehlenswert):
Diskographie sämtlicher Aufnahmen Anton Bruckners

Haupttext in Englisch (lesenswert):
Essay zur revidierten Version des Finales SPCM 2004 (engl)

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