Thesen und Fakten:

1.
Die neunte Symphonie wurde von Anton Bruckner "Dem lieben Gott" gewidmet.

2.
Der letzte Satz wurde von Bruckner als "Abschied vom Leben" bezeichnet.

Eine klar außermusikalischer Titel.

3.
Bruckner arbeitete ca. 2 Jahre an einem Finale der Symphonie.

Maßgebliche Teile sind vorhanden, die die Erstellung einer authentischen Aufführungsfassung erlauben. Hierzu kann u.a die Kompositionsweise, der musikalsiche Personalstil Bruckners im allgemeinen, der Symphoniestil der IX. Symphonie insgesamt sowie die Charakeristika der z.T. fertig auskomponierten Finalefragmente herangezogen werden.

4.
Bruckner verfügte Monate vor seinem Tod, als er befürchte noch vor einer Vollendung seines "Opus magnum" zu sterben, dass man ersatzweise sein "Te Deum" als Schußsatz spielen solle.

Das "Te Deum" bezeichnete Bruckner zuvor als sein bestes Werk.
Auch das Te Deum wird -entgegen den Anweisungen des Komponisten- relativ selten mit der 9. Symphonie als Schlußsatz aufgeführt.
Keinsfalls ist es in Sinne des Komponisten Bruckners gewesen, dass der Rumpf der IX. Symphonie als "abgeschlossenes" Werk verstanden wird (und als solches durch schlicht weg falsche Interpretationen in den allgemeinen Konzert-Kanon eingegangen ist).

5.
Sämtliche Symphonien Bruckners sind (traditionell) 4-sätzig angelegt.

Alle Beibuch-Texte und andere Abhandlungen, die eine vollendeten Symphonie nach dem dritten Satz kolportieren, sind vollkommen unverständliche Verfälschungen der Wahrheit. Ästhetisch mag man 3 Sätze hören können, aber sie entsprechen nicht dem Willen Bruckners und sie negieren die Tatsache, dass es ein Finale geben sollte.

6.
In den Fragmenten des Finales zitiert Bruckner prominent das Kreuzmotiv aus dem "Te Deum".

 

Auf diesen Thesen basiert die Interpretation, die durch das Pentagramm symbolisiert wird:
Bruckner wollte mit seinem letzten Werk eine Symphonie schaffen, die eine würdige "Neunte" ist.
Die also als symphonisches Schußwerk (eines herausragenden Symphonikers) verstanden werden sollte. Angesichts seines Alters und Gesundheitszustands war Bruckner sich selber absolut bewußt, dass hier ein Lebenswerk abgeschlossen werden würde.
Ferner sollte und MUSSTE sie seinem "Widmungsträger" sowohl gefällig sein als auch eine Essenz dessen sein, was (seine) Religion bedeutet und beschreibt: Jenseits-Orientierung.

Die IX. Symphonie ist ein Mantra/Karma und Vademekum des/seines Lebens und des Himmels.


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